Verblisterung

Das Wort Blister kommt ursprünglich aus dem englischen und bedeutet Blase.

Eine weit verbreitete Anwendung von Blistern ist die Verpackung von Tabletten. Verblisterung ist hygienisch und unerwünschte Einflüsse wie hohe Luftfeuchtigkeit oder Schmutz oder ungewollter Lichteinfall werden ausgeschlossen. Wesentlich einfacher ist das Erkennen der Restanzahl der Tabletten. Spezielle Blister erlauben eine Abbildung des Einnahmeplans auf der Verpackung.

Zur Verbesserung der Arzneimittel Therapiesicherheit werden im Rahmen der Pharmazeutischen Betreuung sog. patientenindividuelle Arzneimittelblister eingesetzt. Hier kann nahezu die komplette Arzneimitteltherapie gemäß vorgegebenem Einnahmezeitpunkt nach ärztlicher Verordnung individuell verpackt werden.

Patientenindividuelle Blister eignen sich für ältere Patienten, chronisch kranke Patienten, Patienten in Alten- und Pflegeheimen, sowie Patienten von mobilen Pflegediensten. Auch für viele ambulante Patienten kann sich eine individuelle Verblisterung anbieten.

Blistersysteme

Verbreitet sind in Deutschland hauptsächlich zwei Blistersysteme. Die Kartenblister und die Schlauchbeutelblister. Beide Systeme bieten wir an. Zusätzlich bieten wir ein drittes innovatives Verblisterungssystem an. Ein „unit dose“ System für eine Verblisterung von bis zu 28 Tagen.
Durch intelligente Auswahl einer der drei Varianten oder einer Kombination können wir Ihnen eine spezielle auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Versorgung anbieten.

Schlauchbeutelblister

Die Arzneimittel werden nach Vereinzelung mit einem Blister Automaten patientenindividuell in kleine Beutel eingeschweißt. Diese transparenten, beschrifteten Beutel hängen hintereinander, nach Einnahmezeitpunkten sortiert, auf einer Rolle und werden einfach von Ausgabe zu Ausgabe abgerissen.

Je nachdem, ob in einem Beutel eine, oder mehrere Tabletten eingeschweißt werden, unterscheidet man zwischen unit-dose oder multi-dose Beuteln. In Beutel dürfen vom Herstellungsbetrieb rechtlich keine geteilten Tabletten, Antibiotika oder Zytostatika eingeschweißt werden. Die Entnahme für den Patienten gestaltet sich einfach, etwas komplizierter ist die Vorgehensweise bei Medikationsänderungen.

Bei der Produktion wird jeder Schritt dokumentiert. Auf jeden Blister wird ein Barcode aufgedruckt und zusätzlich ein Foto mit den darin enthaltenen Tabletten angefertigt. Am Ende wird jeder Wochenblister vom Apotheker überprüft und die gesamte Herstellungscharge von einer sachkundigen Person nach §14 Arzneimittelgesetz freigegeben. Auf diese Weise kann die Qualität jedes einzelnen Medikamentenblisters lückenlos zurückverfolgt und nachvollzogen werden.

Kartenblister

Kartenblister werden auch 7×4 oder 7×5 Blister genannt. Es stehen vier oder fünf Applikationszeitpunkte pro Tag zur Verfügung. Die Tabletten werden für eine Woche verblistert.

Bei diesen Blistern handelt es sich um eine etwa DIN A 5 große Karte mit Ausbuchtungen in die die Arzneimittel eingegeben werden. Abschließend wird der Kartenblister mit einer Alufolie verschlossen.

In den einzelnen Ausbuchtungen befinden sich in der Regel mehrere Tabletten. Eine einzelne Abpackung würde den Sinn dieses Systems konterkarieren.

Kartenblister bieten sich an für die einfache Versorgung von Patienten Zuhause, im Entlassungsmanagement oder für Urlaube.

Die Kartenblister bieten ausreichend Platz zum Aufkleben von Medikationsplänen und persönlichen Daten des Patienten. Die Handhabung ist sehr einfach.

Im größeren Rahmen fallen allerdings große Mengen an Verpackungsmüll an und leider können nicht beliebig viele Einnahmezeitpunkte ermöglicht werden.

Die Kartenblister werden manuell hergestellt. Die Produktion unterliegt dem „Vier-Augen-Prinzip“ gemäß Qualitätsmanagementsystem mit Chargendokumentation und Freigabe durch einen verantwortlichen Apotheker.

Unit-dose Blisterplatten

Die unit-dose Blisterplatten für 28 Tage ermöglichen eine Verblisterung mit beliebig vielen Einnahmezeitpunkten.

Nach Vereinzelung wird jedes Medikament, für jeden Einnahmezeitpunkt separat, für 28 Tage in eine Platte mit Ausbuchtungen, ähnlich dem Kartenblister eingeschweißt und beschriftet.

Die farbigen Trägerplatten sind wiederverwendbar, sodass minimale Mengen an Verpackungsmüll, sowie geringe Verpackungskosten anfallen.

Eine einfache Ausgabe durch farbliche Trennung und Sortierung nach Stationen oder Patienten wird ermöglicht.

Das System ist sehr flexibel. Medikationsänderungen können einfach, häufig ohne große Mengen Arzneimittelmüll realisiert werden.

Durch die Einzelverpackung können, sofern keine andere Möglichkeit gefunden wird und befriedigende Stabilitätsdaten vorliegen, geteilte Tabletten verblistert werden.

Die Kartenblister werden manuell hergestellt. Die Produktion unterliegt dem „Vier-Augen-Prinzip“ gemäß Qualitätsmanagementsystem mit Chargendokumentation und Freigabe durch einen verantwortlichen Apotheker.